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Unterwegs im herzen von Botswana

 

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Okavango Delta - Moremi Nationalpark - Unter den Buschmännern - Nxai Pan - Zentral-Kalahari - Botswana

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Die Kalahari (auch Kgalagadi genannt) ist eine Sandwüste aus überwiegend feinpulverigem, rotem Sand. Sie erstreckt sich von der Nördlichen Kapprovinz in Südafrika durch Namibia und Botsuana hindurch bis nach Angola und Sambia hinein über eine Fläche von mehr als 1,2 Mio. km².

Große Teile der Kalahari sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen: so z. B. der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark im Grenzgebiet von Südafrika und Namibia (ehemals Gemsbok-Nationalpark), das Central Kalahari Game Reserve und im Nordwesten Botsuanas das weltberühmte Okawango-Flussdelta: der in Angola entspringende Okawango fächert sich hier in ein riesiges Binnendelta auf, um dann in der Kalahari zu versickern. Seit Ende der 90er Jahre wird die Kalahari durch den Trans Kalahari Highway erschlossen. Diese gut ausgebaute Straße ist ein wichtiges Teilstück des vom Indischen Ozean in Mosambik bis zum Atlantik in Namibia führenden Handels- und Transportwegs.

Flora und Fauna

Das Okawango-Delta ist der wohl untypischste Teil der Kalahari - von der Vegetation und dem Tierreichtum her aber bestimmt auch der eindrucksvollste. Je nach Jahreszeit und Wasserstand finden sich hier riesige Tierherden aller im südlichen Afrika vorkommenden Arten ein. Die botsuanische Regierung fördert einen ausgesucht teuren, aber auch ausgesprochen luxuriösen Safari-Tourismus im Delta und verhindert dadurch die Negativauswirkungen eines ungezügelten Massentourismus.

Der größte Teil der Kalahari dagegen wird vor allem von speziellen Dünen- und Wüstengräsern, aber auch von hochwachsenden Akazien-Bäumen, die mit ihren langen Wurzeln an die zwar tiefliegenden, aber reichlich vorhandenen Wasseradern gelangen, bestimmt.

Herkunft des Namens

Die Herkunft des Namens ist noch unklar. Eine Deutung besagt, dass Kalahari eine Falschschreibung der Kolonialherren für das Setswana-Wort Kgalagadi (von kgala für „Abstand“ und gadi für „groß, weit“) sei.

Viele glauben, dass es eine Verfälschung des Khoi-Khoi-Wortes karri (hart) sei, das William John Burchell als Karriharri und Robert Jacob Gordon als Macarigari schrieben. Robert Moffat und Forbes glaubten dagegen, dass sie nach einem Stamm namens Kgalagad, Kgalagadi oder Makgalagadi benannt ist. Moffat behauptete auch, der Stamm lebe in der Khalagari oder Kalagare, was „trocken“ oder „wasserloser Platz“ bedeutet.

Siedlungen

Die Kalahari ist das Rückzugs- und heute Hauptsiedlungsgebiet der San, bei uns noch häufig als Buschmänner oder Buschleute bekannt. Dieses kleinwüchsige Volk gilt – zusammen mit den Damara – als das erste Siedlungsvolk in dieser Region und war bis zum 16. Jahrhundert in allen Ländern des südlichen Afrika beheimatet. Im Rahmen der afrikanischen Völkerwanderung drängten jedoch bantustämmige Völker nach und führten mit Unterstützung der am Kap ansässigen Europäer einen gnadenlosen Vernichtungsfeldzug gegen die San. Die Überlebenden flüchteten in die lebensfeindliche Kalahari und lernten, sich an deren äußerst schwierigen Lebensbedingungen anzupassen. Die San sind in Familien organisiert und leben als nomadische Jäger und Sammler von dem reichlichen Wildbestand der Kalahari und den hier vorkommenden Früchten und Wurzeln. Wasser beziehen sie aus wasserspeichernden Pflanzen und ernten Tau. Die durstlöschende, nach Gurke und Melone schmeckende Frucht Horngurke (Cucumis metuliferus) ist eine weitere Nahrungsmöglichkeit. Das wenige Geld (Währung: Namibia-Dollar (N$) bzw. südafrikanische Rand (R)), das sie benötigen, verdienen sich die San hinzu durch schonendes Abernten des Rooibusches, der ein in Europa, vorzugsweise Deutschland, zunehmend beliebt werdender Tee ist, der preiswert erhältlich ist (in Südafrika wird der Rooibusch in der Provinz Nordkap professionell angebaut und vertrieben).

Als Überbleibsel einst sehr viel weiter verbreiteter Kulturen bildet die Sprache der San eine eigene Khoisan-Sprache, die sich – besonders durch den Gebrauch von Schnalzlauten, die ein „Schnalzen“ der Zunge verursachen - von denen ihrer Nachbarn, die Bantusprachen sprechen, nicht jedoch zu sehr von den Xhosas, unterscheidet.

Die San kennen kein Privateigentum; dies und die jahrhundertelange Abgeschiedenheit vom Rest der Welt machen es den San sehr schwer, Anschluss an die materialistisch bestimmte Neuzeit zu finden. Die von der botsuanischen Regierung zum Schutz der Kalahari-Nationalparks vorgenommenen Umsiedlungs- und Sesshaftmachungsversuche sind an dem zähen Widerstand der San weitestgehend gescheitert. Auch deren Einbindung in den Tourismus ist, wegen der sehr unterschiedlichen Wertevorstellungen, außerordentlich schwierig.

Klima

Die Kalahari liegt in einer kontinentalen ariden Klimazone. Sie ist gekennzeichnet durch lange Trockenperioden mit unregelmäßigen Sommerregenfällen zwischen Dezember und Februar, hohe, meist über 30 °C liegende Tagestemperaturen und bis unter 0 °C reichende Nachttemperaturen - vor allem im afrikanischen Winter. Die Trockenheit beruht auf der Lage zwischen dem 20. und 30. südlichen Breitengrad. Genauso wie im gleichen nördlichen Bereich werden die Luftmassen gezwungen, vom Urpassat kommend abzusteigen. Dieses bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenfreien Klimaverhältnissen kommt.

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