Seite druckenPolitik Wirtschaft und Geschichte Namibias

Zahlen Daten Fakten - Länderinformationen zu Namibia

Landesstruktur von Namibia

  • Flagge NamibiaFläche (in km²):  824292
  • Einwohner (in Tausend):  2009
  • Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²):  2.4
  • Jährliches Bevölkerungswachstum (in %):  1,2
  • Bevölkerung:  Namibier - F 2004: 2009000 Einw.; Bevölkerungswachstum: 1,2%; letzte Zählung 2001: 1830330 Einw. - Z 1991: v.a. Bantu-Völker: 47% Ovambo, 9% Kavango, 7% Herero, 7% Damara, 5% Nama, 3,6% Caprivianer; 6% Weiße; Mischlinge (sog. Kleurlinge), rd. 35000 San (Buschleute); rd. 32000 Rehoboth Basters; rd. 20000 deutscher Abstammung
  • Städtische Bevölkerung:  33
  • Lebenserwartung in Jahren:  47
  • Anzahl der Geburten (pro 1000 Einw.):  22,8
  • Fruchtbarkeitsrate (Geburten pro Frau):  3,8
  • Anzahl der Todesfälle (pro 1000 Einw.):  6,3
  • Kindersterblichkeit (auf 1000 Lebendgeburten):  63
  • Säuglingssterblichkeit (auf 1000 Lebendgeburten):  46,8
  • Bildungsausgaben in % des BIP (2003):  7
  • Amtssprachen:   Englisch
  • Sprachen:  2001: Englisch; 48% Ovambo, 11% Nama/Damara, 11% Afrikaans, 10% Kavango, 8% Otiherero u.a. Sprachen (Khoekhoe); Deutsch
  • Religionen:  90% Christen (62% Protestanten, 17% Katholiken); indigene Religionen
  • Hauptstadt:  Windhoek (Windhuk)
  • Städte:  Windhoek (Windhuk) [Hauptstadt] (Z 2001) 223529, Rundu (Z 2001) 44413, (Walvis Bay) (Z 2001) 42015, (Oshakati) (Z 2001) 28255, (Katima Mulilo) (Z 2001) 22694, Rehoboth (Z 2001) 21300, Otjiwarongo (Z 2001) 19614, Keetmanshoop (Z 2001) 15543

Staat - Namibia

  • Staatsform:  Verfassung von 1990, zuletzt geändert 1998 - Republik (im Commonwealth) seit 1990 - Parlament: Nationalversammlung (National Assembly) mit 72 Mitgl., Wahl alle 5 J.; Nationalrat (National Council) mit 26 Mitgl., Wahl alle 6 J. - Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 J. - Wahlrecht ab 18 J.
  • Verwaltungsgliederung:  13 Regionen
  • Staatsoberhaupt:  Hifikepunye Lucas Pohamba (SWAPO), seit 21.3.2005
  • Regierungschef:  Nahas Angula (SWAPO), seit 21.3.2005
  • Äußeres:  Marco Hausiku (SWAPO), seit 27.5.2004
  • Wahlen/Parteien:  Wahlen zur Nationalversammlung vom 15./16.11.2004: South West Africa People's Organisation/SWAPO 55 von 72 Sitzen (1999: 55), Congress of Democrats (COD) 5 (7), Democratic Turnhalle Alliance/DTA 4 (7), United Democratic Front/UDF 3 (2), National Unity Democratic Organisation/NUDO 3 (-), Sonstige 2 (1) - Wahlen zum Nationalrat vom 29./30.11.2004: SWAPO 24 von 26 Sitzen (1998: 21), DTA 1 (4), UDF 1 (1)
  • Unabhängigkeitstag:  21.03.1990 (1884-1915 deutsche Kolonie Südwestafrika, ab 1920 Treuhandgebiet unter südafrikanischer Verwaltung)
  • Nationalfeiertag:  21.3.
  • Botschaften (D):  Botschaft der Republik Namibia Wichmannstr. 5, 10787 Berlin T 030/25 40 95-0, Fax 25 40 95 55 www.namibia-botschaft.de
  • Botschaften (A):  Botschaft der Republik Namibia Strozzigasse 10/14, A-1080 Wien, T 01/402 93 71, Fax 402 93 70 E-Mail: nam.emb.vienna@eunet.at
  • Botschaften (CH):  Diplomatische Vertretung: derzeit keine

Wirtschaft Namibias

  • Währung, Kurse:  1 Namibia-Dollar (N$) = 100 Cents; 1 US-$ = 6,75 N$; 1 € = 11 N$ Stand Anfang 2008)
  • Bruttoinlandsprodukt (in Mio. US-$):  5712
  • Bruttonationaleinkommen pro Kopf (US-$):  2380
  • Landwirtschaft: Anteil am BIP (in %):  9,9
  • Industrie: Anteil am BIP (in %):  31,7
  • Dienstleistung: Anteil am BIP (in %):  58,4
  • Bruttoinlandsprodukt (realer jährlicher Zuwachs in %):  6,0
  • Gesamteinnahmen an Steuern (in % des Bruttoinlandsproduktes) (2003):  25,9
  • Inflationsrate (in %):  4,1
  • Erwerbspersonen (in Tausend):  640
  • Arbeitslosigkeit (in % aller Erwerbspersonen) (2001):  31,1
  • Import von Gütern (in Mio. US-$):  2110
  • Importgüter:  v.a. Kfz, chemische Erzeugnisse, Erdöl-Produkte, Gummiwaren, Textilien, Nahrungsmittel
  • Export von Gütern (in Mio. US-$):  1827
  • Exportgüter:  50% Diamanten, 19% mineralische Produkte, 15% Nahrungsmittel und lebende Tiere, 15% bearbeitete Waren
  • Leistungsbilanzsaldo (in Mio. US-$):  634

Landreform in Namibia

In der seit Jahren umstrittenen Landreform kam es Anfang September 2005 zur ersten von 18 geplanten Zwangsenteignungen von Farmen. Der deutschstämmigen Eigentümerin wurde eine Entschädigung von 470000 € ausgezahlt, ca. ein Drittel des von ihr angebotenen Kaufpreises. Die Regierung ist bestrebt, bis zum Jahr 2020 rd. 15 Mio. ha zu erwerben und schwarzen Namibiern zur Bewirtschaftung zu überlassen. Rund die Hälfte der 4500 kommerziellen Farmer Namibias sind Weiße. Seit 1990 übernahm die Regierung insgesamt 146 Farmen; 240000 Personen haben sich als Anwärter registrieren lassen. Grundsätzlich muss der Farmer dem Verkauf zustimmen, ansonsten bedarf es eines offiziellen Enteignungsvorgangs. Diesen macht die Regierung für die schleppende Umsetzung der Reform verantwortlich.

Korruptionsbekämpfung in Namibia

Premierminister Nahas Angula gab am 16.11.2005 die Einrichtung einer ministeriellen Kommission bekannt, die 52 in Staatsbesitz befindliche Unternehmen restrukturieren, ihr Personal einstellen und kontrollieren soll. Mit den Maßnahmen soll dem wachsenden Problem des Missmanagements und der Korruption begegnet werden. Der neue Staatschef Hifikepunye Pohamba hatte nach seinem Amtsantritt im März 2005 den Kampf gegen die Korruption zur Hauptaufgabe seiner Amtszeit erklärt. Am 26.10. hatte Paulus Kapia, Vizeminister für Transport und Kommunikation, von seinem Amt zurücktreten müssen, nachdem sein Unternehmen durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in einer Korruptionsaffäre schwer belastet worden war.

Vergangenheitsbewältigung in Namibia

Die Entdeckung mehrerer Massengräber an der Grenze zu Angola im November 2005 sorgte für neue Debatten um die Aufarbeitung der Apartheid-Vergangenheit des Landes. Der frühere Chef der südafrikanischen Besatzungstruppen, Constand Viljoen, wies in einem Interview Beschuldigungen zurück, die südafrikanische Armee habe Guerillakämpfer in Massengräbern verscharrt, und machte die Polizei für die Taten verantwortlich. Kurz vor der endgültigen Unterzeichnung des Friedensvertrags und der Übergabe des Landes an die UN-Verwaltung war es 1989 zu heftigen Gefechten gekommen (sog. Neuntage-Krieg), bei denen zahlreiche Kämpfer der Befreiungsbewegung South West Africa People's Organisation (SWAPO), heute Regeierungspartei, ums Leben kamen. Menschenrechtsgruppen forderten nach der Entdeckung der Gräber erneut die Einsetzung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission nach südafrikanischem Vorbild. Die namibische Regierung hatte entsprechende Forderungen stets zurückgewiesen, weil sie umfassende Reparationszahlungen befürchtet und selbst im Befreiungskampf Menschenrechtsverletzungen begangen hat.

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